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Weltberühmte Jerusalem-Holzmodelle jetzt auch digital zugänglich

Schick-Modelle im Museum Paulus-Haus

Schick-Modelle im Museum Paulus-Haus, © Christoph Steinlehner

24.06.2019 - Artikel

Mit Mitteln des Auswärtigen Amtes wurden Holzmodelle Jerusalems von Conrad Schick erstmals digitalisiert. Dazu gehören die im Paulushaus in Jerusalem aufbewahrten Holzmodelle des Haram al-Scharif/Tempelberg und das Jerusalem-Modell im Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaften des Heiligen Landes (DEI) auf dem Ölberg. Sie sind jetzt unter diesem Link  allgemein zugänglich.

Dadurch werden die Modelle, die einen einzigartigen Einblick in die Baugeschichte Jerusalems geben, in ihrem jetzigen Zustand gesichert und bleiben der Nachwelt unabhängig von ihrem weiteren Schicksal in der höchstmöglichen digitalen Auflösung erhalten. Sie werden außerdem erstmals weltweit für die wissenschaftliche Aufarbeitung zugänglich, ohne sie weiterer Abnutzung auszusetzen. Die Modelle tragen zu einem besseren Verständnis Jerusalems als heilige Stadt der drei mono-theistischen Religionen bei.

Schick Modell im Museum Paulus-Haus
Schick Modell im Museum Paulus-Haus© Christoph Steinlehner

Bei der Vorstellung der digitalen Modelle am 11. Juni 2019 im Paulushaus stellte der Leiter des deutschen Vertretungsbüros Christian Clages heraus, dass das Projekt sowohl zum Wissen über das Wirken des Deutschen Conrad Schick als auch über die Geschichte der heiligen Stätten Jerusalems im 19. Jahrhundert beitrage. Der Hausherr und Vertreter des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL) Dr. Georg Röwekamp dankte Bundesregierung und Auswärtigem Amt für die Förderung. Dr. Dieter Vieweger, Leiter des für die Projektdurchführung verantwortlichen DEI, bezeichnete es als Privileg, am Erhalt des Kulturerbes unserer Vorfahren mitzuwirken.

Conrad Schick kam 1846 als Missionar nach Jerusalem. Der gelernte Handwerker eignete sich im Laufe der Zeit ein einzigartiges historisches, archäologisches und architektonisches Wissen über Jerusalem und die entsprechenden wissenschaftlichen Grundlagen an und wurde zur unumstößlichen Autorität auf diesem Gebiet. 1850 übernahm er den Vorsitz des Handwerksinstituts der englischen Judenmissionsgesellschaft und wurde bald danach Bauinspektor sowohl der englischen und deutschen Missionsgesellschaften als auch für die osmanischen Behörden. Conrad Schick steht wie kaum ein anderer Deutscher für die moderne Entwicklung der Stadt und für ein friedliches Zusammenleben, das die Geschichte aller Seiten reflektiert.


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